Eine kleine Rückschau zum 25 Jahr Jubiläum

Sollten wir nach wenigen Jahren und viel finanziellem und eigenem Aufwand schon wieder auf der Strasse stehen, wenn ein neuer Besitzer kommt? Diese Frage beschäftigte den damaligen Vorstand unter der Leitung von Willi Bürgin enorm. In einer der zu jener Zeit häufigen Vorstandssitzungen kam dann der rebellische Gedanke ins Spiel: Was, wenn wir die Liegenschaft selbst kaufen? Als Besitzer kann uns niemand mehr auf die Strasse setzen!
Der Präsident war von dieser Idee fasziniert. Ebenso einige andere Vorstandsmitglieder. An einer ausserordentlichen GV fand eine Mehrheit der JBler, man sollte das waghalsige Projekt angehen.
So pilgerte der Präsident und Andreas Hofer, damals Pfeiferchef und Vorstandsmitglied, nach Rheinfelden ins Feldschlösschen. Wo wir dem Direktor unser Projekt darlegten. Dieser war von der Idee ebenso begeistert wie wir selbst. Er versicherte uns seine Unterstützung, sollten wir die Eigenmittel zusammen bekommen.

Das Sammeln des Geldes für die Finanzierung, war nicht einfach. Viele Mitglieder begegneten uns mit grosser Skepsis, was ja verständlich war.  Doch letztendlich klappte es. Denn viele KMU’s im Quartier, denen die JB sympatisch war, halfen mit. So konnten wir froh gelaunt nach Rheinfelden fahren und mit dem Kaufvertrag zurückkehren.
Am 15. Februar 1984 konnte  im Zunftstübli des St. Alban-Eck’s die Gründungsversammlung abgehalten werden.
Der neu gewählte Vorstand wusste damals nicht, was er da alles ausgelöst hatte. Wieviel Arbeit auf ihn wartete.
Zuerst musste ja das Restaurant ganz renoviert werden und ein neuer Wirt sollte ebenfalls gefunden werden. Zudem warteten hundert andere Arbeiten auf deren Ausführung. Zum Glück durften wir die vollste Unterstützung aller JBler erfahren. Jede und Jeder packte an. Es wurde geputzt, abgelaugt, frisch gestrichen, neu getäfert und und und.
Die Neueröffnung des Nordbahnhofes, unseres Nordbahnhofes wurde zu einem einmaligen Erlebnis. Feldschlösschen kam mit seinen schönen Brauerei-Rossen und dem imposanten Sechsspänner. Welch farbenfrohes und stolzes Ereignis durften wir feiern.
Nun, so schön Besitztum ist. Er hat auch seine Schattenseiten. Bald mussten wir den harten Alltag über uns ergehen lassen. Der Wirt eröffnete uns, dass er in Konkurs gehen müsse.
Für uns schien die Welt zusammen zu brechen. Hat sich all die Plackerei nicht gelohnt? Schlaflose Nächte mit Angst und Bangen. Doch wir kamen mit einem blauen Auge davon. Das Weiterbestehen zeichnete sich ab. Und so folgten Jahr um Jahr mit Hochs und Tiefs. Mehrheitlich aber konnten wir den Genossenschafterinnen und Genossenschafter eine gute Bilanz vorweisen. Das zur Verfügung gestellte Geld brachte  Zins und war gut angelegt.
Natürlich bedeutete dies für die 5 Vorstandsmitglieder nach wie vor vollen Einsatz verbunden mit Erfolgen und Misserfolgen. Dazu gäbe es einige Anekdoten zu erzählen.
Ende der 80er Jahre waren wir finanziell so gut gestellt, und die zu verrichteten Arbeiten waren so gut eingespielt, dass der Vorstand begann, sich  mit einem Cliquen-Keller Neubau zu befassen. Die Planungsarbeiten wurden von Robi Neth in hervorragender Manier geleistet. Überhaupt spürten wir in dieser Phase wieder einmal eine grosse Unterstützung vieler JBler und JBlerInnen.
Gerade rechtzeitig zum 75 Jahre Jubiläum unserer Clique, konnte 1995  das neue Cliquenlokal eingeweiht werden. Damit hatte die Genossenschaft ihr zentrales Ziel: die Erhaltung der Liegenschaft als Lokalität zur Ausübung kultureller Belange, insbesondere der Pflege alter Basler Traditionen, eigentlich erreicht. Jetzt waren auch die letzten JB-Zweifler und Kritiker überzeugt. Froh und stolz ein schönes eigenes Cliquen-Lokal zu besitzen.
Wenn da nur nicht noch die Liegenschaft mit der  Wirtschaft und den Mietwohnungen gewesen wäre, welche ja immer noch viel Arbeit mit sich brachte. Alle Bemühungen der Vorstandsmitglieder, in der JB junge Kräfte zu aktivieren, welche mithelfen die grosse Arbeit zu bewältigen, scheiterten über Jahre. Es war einfach niemand bereit diese Last mitzutragen.